Urlaubserinnerungen

Die erste Frage der Kinder an Heimkehrer aus fernen Gegenden ist unweigerlich: „Hast du mir was mitgebracht?“ Für andere oder auch für sich nimmt man gern ein Stück vom Urlaubsglück mit. Nicht zu schwer und nicht zu sperrig – das ist wohl der Hauptgedanke der meisten Reisenden bei der Auswahl eines Mitbringsels. Mancher Flugpassagier nimmt Gebühren für Übergepäck in Kauf, um Andenken mitnehmen zu können – aber besser ist es, von vornherein Platz im Koffer zu lassen. Gar nichts mitzunehmen – das wäre schade, es gibt am Urlaubsort doch so vieles, was man zu Hause nicht bekommen kann und das den Heimkehrer später an schöne Tage erinnert. Außerdem möchten ja die, die nicht mitkommen konnten, auch einen Hauch Urlaubsstimmung vermittelt bekommen – selbst eine schöne Trachtenfigur aus dem Schwarzwald hat in anderen Gegenden Deutschlands genug Exotik, um Begeisterung auszulösen. Vor allem denen, die während der Abwesenheit Haus, Hof, Pflanzen und Tiere versorgt haben, steht ein kleines Geschenk zu. Unbedingt etwas für die Gegend Typisches.

Autofahrer sind transporttechnisch im Vorteil, aber auch für andere gilt: wenigstens eine Kleinigkeit für jeden muss sein. Für Kinder gibt es überall kleine landestypische Figürchen und Spielzeug. Mutige Eltern können ihren Sprösslingen mit spanischen Canarios oder deutschen Kuckuckspfeifen eine Lizenz zum Nervtöten erteilen. Anstecknadeln, Schlüsselanhänger – wie etwa ein kleiner Eiffelturm aus Paris -, Ansichtskarten und Aufkleber sind preisgünstig und nehmen wenig Platz weg. Ebenfalls beliebt sind Halstücher und Schirmmützen mit Ortsnamen und Symbolen (etwa Emblemen von Sportmannschaften) und kleine Schmuckstücke – es gibt Wahrzeichen und Symbole des Landes als Anhänger, zum Beispiel ägyptische Kartuschen aus Silber mit in Hieroglyphen eingraviertem Namen, aber auch sehr gediegenen Bernsteinschmuck aus dem baltischen Raum. Bei All-inclusive-Pauschalreisen bekommt man meist vom Reiseveranstalter kleine Souvenirs wie Anhänger und Bilder überreicht. Und selbst in Gegenden, in denen es nie schneit, kann man manchmal Schneekugeln mit Landessymbolen kaufen! Für Sammler von Kuriositäten sehr zu empfehlen.

Es lohnt sich immer, kunsthandwerkliche Gegenstände und Naturerzeugnisse der Gegend mitzunehmen, die häufig nur wenig Geld kosten. Viele Menschen leben bekanntlich allein vom Kunsthandwerk und sind auf den Verkauf ihrer wunderschönen traditionellen Stücke an Touristen angewiesen. Die Palette reicht von verzierten Alltagsgegenständen wie Tellern und Löffeln über kunstvolle Schnitzereien bis zu Wandbildern und Kleidung. Oft gibt es spezielle Märkte, auf denen solche Waren verkauft werden. Amerikanische Ureinwohner handeln mit prächtigen Leder-, Textil- und Töpferwaren, im Orient sind Textilien, Parfums und Gewürze beliebt, aus Venedig bringt man Murano-Glas mit, in Russland sind die verschachtelten Matrioschki allgegenwärtig, und wer mit dem Auto anreist, kann sich dort mit Lomonossow-Geschirr oder in Polen unter anderem mit Bunzlauer Keramik eindecken.

Sicher treibt viele auch das heimliche Bedürfnis um, ein klein wenig Neid hervorzurufen – etwa wenn man nach dem USA-Urlaub mit einen Stetson auf dem Kopf in John-Wayne-Manier die Stammkneipe betritt oder im indischen Sari zu einer Party erscheint. Kleidung eignet sich für solche Effekte besonders gut.

Bei manchen Andenken muss man genau prüfen, ob man sie ausführen und hier einführen darf, es gibt beispielsweise Beschränkungen für Wertgegenstände, Devisen, Kunst, Nahrungsmittel, Pflanzen und Tiere. Am besten informiert man sich im Vorfeld.